Eltern Baby Therapie

Die Geburt ist für Mutter und Kind, aber auch für den Vater, ein äusserst einprägsames Erlebnis. Der normale Geburtsstress dient dem Kind dazu, seine Vitalsysteme, wie Atmung, Kreislauf etc. in Schwung zu bringen und die Wahrnehmung zu aktivieren.

Bei dem für Mutter und Kind äusserst intensiven Geburtserlebniss kommt es zur Ausschüttung des Bindungshormons Oxytocin, welches das anschliessende Wohlbefinden von Mutter und Kind bewirkt, und das auch zur intensiven Bindung zwischen Eltern und Kind beiträgt.

Wenn die Ereignisse in der Schwangerschaft oder unter der Geburt heftiger oder dramatischer als üblich waren, ist das natürliche Stressbewältigungssystem häufig überfordert. Solche traumatische Ereignisse in der Schwangerschaft sind z.B: grosse oder lang andauernde Ängste der Eltern um das Wohlergehen ihres noch ungeborenen Kindes. Auch ein plötzlicher Todesfall in der Familie kann zu einem Schock-Trauma führen. Während der Geburt können lebensrettende Massnahmen wie ein Notfallkaiserschnitt, oder andere medizinische Eingriffe, psychisch oder biologisch überfordernd sein. Frühgeburten mit Intensivbehandlung sowie eine Trennung von Mutter und Kind machen häufig eine intensivere Verarbeitung notwendig.

Unverarbeitete Traumata beim Kind können sich zum Beispiel darin zeigen, dass ein Säugling, auch wenn er gut umsorgt ist, beim Einschlafen plötzlich wieder heftig zu weinen beginnt und sein Körper sich vehement verspannt. Aber auch ein auffällig ruhiges Baby mit schlaffem Körpertonus und wenig sozialer Teilnahme kann Hinweis auf ein noch unverarbeitete Stressbelastung sein. Das gleiche gilt für einen getrübten Augenausdruck oder fehlender Blickkontakt des Kindes. Diese Symptome können ein Zeichen dafür sein, dass ein traumatisches Ereignis nachwirkt und das Kind und sein Nervensystem noch nicht zur Ruhe gekommen ist.

In der Eltern-Baby-Therapie geht es um die therapeutische Verarbeitung von posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS) beim Kind und/oder den Eltern.

Die Eltern-Baby-Therapie findet immer in Anwesenheit mindestens eines Elternteils statt (am besten mit beiden Eltern oder anderen wichtigen Bezugspersonen). Sie umfasst in einem ersten Schritt den Aufbau von Sicherheit und Ressourcen bei den Eltern und dem Baby. Wir  unterstützen die Eltern darin, wieder innere Ruhe und Vertrauen in ihre eigene Wahrnehmung und ihr eigenes Handeln zu finden. Durch den liebevollen Halt der Eltern kann das Baby seinen Schock auflösen, wieder zu sich selbst finden und eine sichere, stabile Bindung zu seinen Eltern eingehen.

Die Eltern-Baby-Therapie wird häufig durch ein Co-Therapeutenteam durchgeführt.

 

 

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